Sprachförderung im Bildungszentrum

Im Rahmen einer Förderung der deutschen Sprache in der Pflege bietet die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am Bildungszentrum des Klinikums Stuttgart seit September 2016 zusätzlich einen Deutschkurs für Schüler und Bewerber mit ausländischer Herkunft an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einmal wöchentlich, außerhalb des regulären Unterrichts, haben motivierte junge Menschen aus der ganzen Welt die Gelegenheit, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und gleichzeitig Wissenslücken im Bezug auf pflegerische Themen zu ergänzen.

Zur Zeit besuchen durchschnittlich zehn Schüler den regulären Deutschkurs und etwa acht Personen den Vorbereitungskurs für Bewerber. Ziel der Kursteilnehmer ist, ein hohes Sprachniveau zu erreichen, um eine professionelle und individuelle Pflege leisten zu können. Geleitet wird der Kurs von Natalia Szlitkus, einer Deutsch- und Englischlehrerin mit Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin – eine gute Kombination für die Förderung der Auszubildenden. Gute Deutschkenntnisse spielen eine sehr wichtige Rolle für die Kommunikation und die Qualitätssicherung in der Pflege, sowohl in Krankenhäusern als auch in anderen Pflegeeinrichtungen. Eine grammatikalisch korrekte Kommunikation reicht jedoch nicht aus, um sich mit den kranken Menschen, die auf die Unterstützung von fremden Pflegekräften angewiesen sind, gut zu verstehen. Daher wird bei der Planung und Durchführung des Unterrichts, neben der Entwicklung der vier Sprachfertigkeiten – Leseverstehen, Schreiben, Hörverstehen, Sprechen, auch auf ethische Prinzipien geachtet. Hierbei wird auf respektvolle und wertschätzende Kommunikation Wert gelegt.

Die Kursteilnehmer/-innen, die den Deutschkurs nach ihren Praxiseinsätzen besuchen, berichten auch davon, dass es nicht immer einfach ist, die Rahmenbedingungen der Praxis mit den ethischen Werten in Einklang zu bringen. Die Alltagshektik auf den Stationen und unterschiedliche Ansprüche von Patienten und Mitarbeitern sind eine Herausforderung und machen die Umsetzung einer gelungenen Kommunikation nicht einfach. Solche Rückmeldungen werden als Fallbeispiele im Unterricht gemeinsam bearbeitet und ermöglichen, insbesondere die Sicht der Pflegebedürftigen einzunehmen.

„Wie stelle ich es mir vor, plötzlich ein Patient zu sein? Wie geht es mir dabei? Was erwarte ich von dem Krankenhauspersonal? Was mache ich, wenn ich mit der pflegerischen Versorgung im Krankenhaus nicht ganz zufrieden bin? Warum ist es mir wichtig, dass ich mich mit der Schwester/dem Pfleger in Ruhe unterhalten möchte? Warum ist es mir wichtig, dass man auf meine Bedürfnisse, Ängste vor medizinischen Interventionen und Sorgen um meine Zukunft individuell und empathisch eingeht?“ Mit solchen und ähnlichen Fragen werden verschiedene Themen bearbeitet. Oft stellt man dann fest, dass wir zwar verschiedenen Sprachen sprechen, aber die gleichen Bedürfnisse und Empfindungen haben können.

(Natalia Szlitkus)

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