Weiterbildung: Pflege in der Psychiatrie

Die Anforderungen im Umgang mit psychisch Kranken und deren Angehörigen sind vielfältig, vielschichtig und speziell. Die Weiterbildung qualifiziert Pflegende, diesen Anforderungen professionell zu begegnen.

Fragen zur Weiterbildung und zur Bewerbung beantwortet:

Stefan Blumenrode

0711 278-22840 E-Mail schreiben

Psychiatrische Erkrankungen nehmen in unserer hochentwickelten Gesellschaft immer mehr zu. Im sozialen Gefüge und in der beruflichen Sozialisation ist der Mensch eng eingebunden und die wenigen freien Spielräume reichen nicht mehr aus, um das seelische Befinden im Gleichgewicht zu halten. Viele Menschen beklagen eine zunehmende Überforderung im beruflichen Alltag, die sich auch im privaten Alltag wiederfindet.

Die psychischen Anforderungen seitens der schnell fortschreitenden technischen Entwicklung, sowie der komplexen Aufgaben, können Menschen oft nicht mehr integrieren und brennen förmlich aus.

Sie reagieren mit körperlichen Beschwerden, obwohl sie wissen, dass psychische Probleme dahinter stehen. Gesellschaftlich werden aber Menschen mit psychischen Problemen eher geächtet bzw. stigmatisiert. Staatliche Hilfssysteme sind noch zu wenig ausgebaut.

Die Weiterbildung befähigt Sie in verschiedenen Fachbereichen der Psychiatrie zu arbeiten, z.B. in der allgemeinen Psychiatrie, im Suchtbereich (Alkohol- und illegale Drogen), in der Gerontopsychiatrie, in Tageskliniken oder Institutsambulanzen, in ambulanten Einrichtungen der Gemeindepsychiatrischen Dienste, in Patientenclubs und Wohnheimen, u.v.m.

Es erwarten Sie interessante, vielfältige und sehr anspruchsvolle Aufgaben wie beispielsweise Einzel- oder Gruppengespräche führen, Soziotherapeutische Aktivitäts- und pflegetherapeutische Gruppen initiieren und leiten, Assessment- und Evaluationsverfahren anwenden und anhand der Pflegediagnosen nach NANDA die pflegetherapeutische Planung erstellen.

Mitarbeiter/innen mit Weiterbildung betreuen in einem interprofessionellen Team Menschen mit psychischen Erkrankungen wie z.B. Depressionen, Manien, Schizophrenien, Persönlichkeitsstörungen, Abhängigkeitserkrankungen und psychisch veränderte alte Menschen.

Die Weiterbildung ist berufsbegleitend und dauert zwei Jahre.

Die enge Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis ist ein wesentliches Merkmal unserer Weiterbildung. Sie besuchen den theoretischen Unterricht in einem Umfang von mindestens 720 Stunden an geplanten Block- und Studientagen.
Auf der Grundlage eines detaillierten Lehrplanes sowie ausgewählten Lernangeboten in fünf Fachbereichen der Psychiatrie erwerben Sie die erforderlichen Kompetenzen zur Erreichung definierter Lernziele.

Sie lernen andere Arbeitsplätze kennen

Sie hospitieren in verschiedenen Bereichen und gewinnen einen Eindruck über die vielfältigen und speziellen Aufgabengebiete. Sie erhalten Einblicke in die Akutpsychiatrie, in Therapiemöglichkeiten, in Behandlungsteams und Sie können praktische Erfahrungen sammeln.

Selbstverständlich haben Sie in allen Einsatzbereichen qualifizierte Praxisbegleiter- und anleiter an Ihrer Seite. Die Fähigkeit, persönliche Verhaltensweisen/ Verhaltensmuster im Umgang mit psychisch Kranken ständig zu reflektieren wird im Rahmen der Weiterbildung konsequent trainiert.

Exkursionen in mindestens drei Psychiatrischen Kliniken / Einrichtungen sowie die Teilnahme an Fachtagungen ermöglichen Ihnen den fachlich reflektiven Austausch und einen Blick über den Tellerrand hinaus.

Sie steigern Ihr persönliches Leistungslevel und Ihre Kompetenz

Während der Weiterbildung verfassen Sie ein Referat, realisieren eine Projektarbeit und legen mündliche, schriftliche und praktische Testate vor.

Mit dem erfolgreichen Absolvieren der Prüfungsteile im praktischen, schriftlichen und mündlichen Teil erwerben Sie Ihre neue Berufsbezeichnung.

Für die Weiterbildung erheben wir einen Teilnahmebeitrag für externe Teilnehmer/innen in Höhe von 3.500 €.

Wer sich für die Weiterbildung Psychiatrie bewerben möchte, braucht den Abschluss als

  • Gesundheits- und Krankenpfleger/in oder
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in oder
  • Altenpfleger/in oder
  • Heilerziehungspfleger/in
    mit mindestens 2 Jahren Berufserfahrung, die 12 Monate Erfahrung auf einer für die Weiterbildung anerkannten Station bzw. Abteilung mitbringen.

Besonderen Wert legen wir auf

  • hohe soziale Kompetenzen
  • Interesse und Motivation im Umgang mit psychisch kranken Menschen
  • Bereitschaft, erworbenes Wissen im beruflichen Alltag einzubringen und
  • persönliche Verhaltensweisen laufend zu reflektieren

Bewerbungen bitte an:

Klinikum Stuttgart - Bildungszentrum
Weiterbildungsstätte für Psychiatrie und Gerontopsychiatrie
Stefan Blumenrode
Prießnitzweg 24
70374 Stuttgart

Und was sollte die Bewerbung enthalten?

  • Bewerbungsschreiben
  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Abschlusszeugnis (Kopie)
  • Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung (beglaubigt)
  • Arbeitszeugnis (se) zum Nachweis der mindestens zweijährigen Berufspraxis
  • Einverständniserklärung des Arbeitgebers mit Bestätigung der Kostenübernahme (entfällt bei Selbstzahlern)
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